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    GI - GebäudeTechnik | InnenraumKlima

    Niedrigstenergiegebäude im Bildungssektor: Nutzung gebäudetechnischer Systeme vermeidet Überhitzung im Winter

    Autor: Manuel H. Winkler / Werner Jensch / Gunnar Grün / Klaus Sedlbauer

    Ausgabe 03 

    2015 

    14 Seiten

    Schlüsselwörter: Automation,Niedrigenergiehäuser,Regelungstechnik,Technische Gebäudeausrüstung,Raumklima,Energieeffizienz

    Niedrigstenergiegebäude unterliegen besonderen Herausforderungen. Nicht nur die passiven baulichen Maßnahmen erfordern spezielle Fachkenntnisse. Damit ein energieeffizienter und vor allen Dingen auch behaglicher Raum für Menschen geschaffen werden kann, verlangen auch die gebäudetechnischen Lösungen nach einem vertieften Verständnis über die raumklimatischen Zusammenhänge, die für diesen Typ Gebäude noch unzureichend bekannt sind. Die vorgestellte Studie zeigt, dass auch bei solch modernen Gebäuden die thermische Behaglichkeit deutlich verbessert werden kann. Mit einem effizienten Einsatz der richtigen Gebäudetechnik und einer durchdachten Regelungsstrategie kann die Raumlufttemperatur im behaglichen Bereich gehalten werden. Bei Nichtbeachtung wesentlicher Faktoren kann sie jedoch selbst im Winter zu unbehaglich hohen Werten ansteigen. Mit der vorliegenden Studie kann beispielhaft gezeigt werden, wie in zwei unterschiedlich ausgerüsteten, aber sonst identischen Hörsälen der Hochschule München zwei völlig unterschiedliche raumklimatische Situationen entstehen können. Von diesen ist eine als behaglich und die zweite als deutlich unbehaglich einzustufen. Um bei derart genutzten Gebäuden, die überdies einen sehr guten Wärmeschutz aufweisen, auch im Winterfall eine behagliche raumklimatische Situation schaffen zu können, ist eine Einzelraumregelung mit einem durchdachten regelungstechnischen Gesamtkonzept nötig. Wie gezeigt werden kann, trägt auch die Sonnenschutzsteuerung sehr zum thermischen Wohlbefinden bei. Überdies wird durch eine dezentrale Lüftungsanlage mit Nachlüftungsoption das tägliche Aufschwingen der Temperaturen deutlich verzögert oder gar gänzlich ausgeglichen. Während dank der durchgeführten Optimierungen eine winterliche Überhitzung vermieden wird und die Raumlufttemperaturen auf einem behaglichen Niveau gehalten werden, lässt sich gleichzeitig eine Reduzierung des Heizenergieverbrauchs um bis zu 65 % nachweisen. Eine nutzerorientierte Raumautomation ist demnach erforderlich, wenn behagliche Raumklimata geschaffen werden sollen, die sowohl energieeffizient sind, als auch den Nutzer bestmöglich unterstützen.