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    gwf - Gas+Energie

    Gasbeschaffenheiten in Deutschland: Was zum Wobbe-Index noch gesagt werden sollte

    Autor: Jens Mischner und Hans-Georg Fasold

    2019 

    8 Seiten

    Schlüsselwörter: Reports,Gas & Energie

    Der Wobbe-Index ist als Maß für den Belastungswert einer Gasanlage im Bereich der Gasanwendung seit langem eingeführt und als fundamentaler Kennwert breit akzeptiert. Im vorliegenden Beitrag wurde herausgearbeitet, dass der Wobbe-Index auch für die Bewertung der Energietransportkapazität von Gasleitungen dieselbe tiefgreifende Bedeutung hat: Es wurde gezeigt, dass die Energietransportkapazität einer Gashoch- oder -mitteldruckleitung direkt proportional zum Wobbe-Index des fortgeleiteten Gases und umgekehrt proportional zur Wurzel aus der mittleren Kompressibilitätszahl des Gases ist. Wären der Wobbe-Index von Erdgas und der Wobbe-Index eines Austauschgases bzw. eines Gemisches aus Erdgas und einem Zusatzgas und deren Realgaseigenschaften annähernd gleich, dann trifft diese Feststellung auch auf die Energietransportkapazität der Leitung zu. Für Gasniederdruckleitungen besteht diese Proportionalität zum Wobbe-Index ebenso, das Kompressibilitätsverhalten des fortgeleiteten Gases hat jedoch keine Bedeutung. Die erarbeiteten Grundzusammenhänge wurden unter netzplanerischen und ingenieurtechnischen Gesichtspunkten auf das Problemfeld „Umstellung von Erdgasleitungen auf den Betrieb mit Erdgas-Wasserstoff-Gemischen“ angewandt. Hierbei sind die Fragen der zu erwartenden Erhöhungen der Strömungsgeschwindigkeiten für den künftigen Netzbetrieb maßgebend. Die Verfasser gehen davon aus, dass heute für den Betrieb mit Erdgas errichtete Gasleitungen aus Sicht ihrer Dimensionierung unter dem Aspekt ausreichender Energietransportkapazität grundsätzlich „Wasserstoff ready“ sind.